Geriatrie

 

Seniorensprechstunde – Für ein gutes Leben im Alter

 

Unsere Haustiere werden heute erfreulicherweise immer älter. Mit steigender Lebenserwartung gewinnen geriatrische Patienten in der Tiermedizin zunehmend an Bedeutung. Mit dem Alter verändern sich jedoch Stoffwechsel, Organfunktionen und Beweglichkeit. Viele Beschwerden entwickeln sich schleichend und werden zunächst als „normales Altern“ wahrgenommen. Genau hier setzen wir an.

In unserer Praxis legen wir besonderen Wert auf die einfühlsame und individuelle Betreuung älterer Tiere.

 

Das biologische Alter hängt von Tierart, Rasse und Größe ab

 

  • Katzen gelten ab etwa 8–10 Jahren als Senioren
  • Kleine Hunde ab ca. 8–9 Jahren
  • Große Hunde oft bereits ab 6–7 Jahren

Da Hunde und Katzen deutlich schneller altern als wir Menschen, entspricht ein halbes Jahr bei ihnen oft mehreren „Menschenjahren“. Deshalb empfehlen wir ab dem Seniorenalter bestenfalls zwei Vorsorgeuntersuchungen pro Jahr.

 

Prophylaxe

 

Für unsere Seniorenpatienten bieten wir ein geriatrisches Prophylaxe-Paket an.
Dazu gehören eine allgemeine Untersuchung, Gewichtskontrolle, ein geriatrisches Blutprofil, eine Zahn- und Maulhöhleninspektion sowie eine Ganganalyse. Im Bedarfsfall ergänzen wir dieses Paket mit weiteren Untersuchungen (Röntgen, Ultraschall, Urinuntersuchung, Blutdruckmessung).

So können Erkrankungen wie Nierenerkrankungen, Herzprobleme, Arthrose oder hormonelle Störungen frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Was ist kein normales Altern?

In der Anamnese liegt der Fokus auf schleichenden Veränderungen: vermehrtes Trinken, Gewichtsverlust oder -zunahme, verändertes Schlafverhalten, nachlassende Aktivität, Inkontinenz oder kognitive Veränderungen. Viele Alterskrankheiten – wie chronische Nierenerkrankungen, Herzinsuffizienz, Arthrose oder endokrine Störungen – entwickeln sich langsam und werden von Tierhalter:innen zunächst als „normales Altern“ interpretiert.

 

Häufige Erkrankungen bei alten Tieren

 

Gelenkerkrankungen

Sie gehören mit zu den häufigsten Erkrankungen bei alten Tieren, die vor allem aufgrund dauerhaft chronischer Schmerzen die Lebensqualität beeinträchtigen. Ein typisches Beispiel ist die Arthrose. Gezielte Schmerztherapie sowie unterstützende Physiotherapie können die Symptomatik deutlich verbessern und für mehr Lebensqualität sorgen. Nähres zum Schmerzmanagment finden Sie hier.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Mit zunehmenden Alter kann sich das Gewebe und damit die Funktionalität des Herzen verändern. Aufgrund von häufigen Herzklappenundichtigkeiten lässt nach und nach die Herzleistung nach. Diese Veränderungen können unter anderem durch das Abhören des Herzens festgestellt werden. Im Rahmen der tierärztlichen Untersuchung können wir etwaige Herzgeräusche diagnostizieren. Zur genaueren Einteilung der Erkrankung und der medikamentellen Einstellung sind ein Herzultraschall sowie ein EKG unabdingbar.

Tumore

Tumoröse Veränderungen zählen mit zu den häufigsten Todesursachen. Regelmäßiges Kontrollieren und Abtasten ermöglicht die frühe Erkennung eines Tumors. Unterschieden werden muss in gut- und bösartige Tumoren. Während gutartige Tumoren dadurch gekennzeichnet sind, dass sie langsam wachsen, umliegendes Gewebe verdrängen, aber nicht invasiv zerstören und gut abgrenzbar sind, müssen bösartige Tumoren ganz dem Namen nach behandelt werden. Je früher sie entfernt werden, desto besser. Denn mit zunehmender Größe, erhöht sich die Gefahr, dass bei einer Resektion Tumorzellen zurückbleiben und rezidivieren. Außerdem steigt das Risiko einer Metastasierung. Bei einer festgestellten Umfangsvermehrung kann zur weiteren Diagnostik eine Feinnadelaspiration sowie zytologische Untersuchung durchgeführt werden. In manchen Fällen kann eine histopathologische Untersuchung von Biopsieproben nötig sein. Mitunter stellt eine sofortige, vollständige Entfernung des veränderten Gewebes mit anschließender Laboruntersuchung auch die sinnvollste Therapie dar. Nach dem Befund richtet sich dann das weitere Vorgehen (OP, Bestrahlung, Chemotherapie, aber auch Palliativmedizin).

Nierenerkrankungen und Störungen im Hormonhaushalt

Zur Feststellung von Nierenerkrankungen oder hormonelle Dysbalancen bedarf es einer Blutuntersuchung. Diabetes, Hyperthyreose bei der Katze und Hypothyreose beim Hund treten gehäuft bei älteren Tieren auf. In der Regel wird bei Schilddrüsenprobleme und Diabetes eine medikamentöse Therapie notwendig.

 

Angepasste Narkose und Chirurgie

 

Sollte ein Eingriff notwendig sein, planen wir die Narkose sorgfältig und individuell. Voruntersuchungen zur Beurteilung von Herz-, Leber- und Nierenfunktion helfen, das Risiko zu minimieren. Während und nach der Narkose sind engmaschige Überwachung, Wärmemanagement und eine angepasste Flüssigkeitstherapie besonders wichtig. Wie eine optimale Narkose bei uns abläuft, können Sie hier nachlesen.

 

Praktische Alltagstipps

 

  • altersgerechter Ernährung
  • Gewichtsmanagement
  • Bewegung und Schonung
  • Anpassungen im häuslichen Umfeld
  • Umgang mit kognitiven Veränderungen

Unser Ziel

 

Alter ist keine Krankheit – sondern ein Lebensabschnitt, der besondere Aufmerksamkeit verdient. Unser Ziel ist es, die Lebensqualität Ihres Tieres möglichst lange zu erhalten und Sie als Halterin oder Halter kompetent und einfühlsam zu begleiten.

Vereinbaren Sie gerne einen Termin für unsere Seniorensprechstunde – wir nehmen uns Zeit für Sie und Ihr Tier.

MÖCHTEN SIE EINEN TERMIN VEREINBAREN?

Wir bitten Sie Termine für die Sprechstunde immer vorher
telefonisch oder online über Petleo zu vereinbaren,
damit Wartezeiten vermieden werden.